INNERE MEDIZIN AM SULTAN QABOOS UNIVERSITY HOSPITAL

Neben dem Ablauf des PJ Tertials in der Inneren Medizin in Maskat (Oman) möchte Sören euch auch das Krankenhaus etwas vorstellen und ein paar nützliche Tipps geben, was ihr u.a. bei der Arbeitskleidung beachten solltet.

DAS KRANKENHAUS

Das Sultan Qaboos University Hospital ist integriert in die gesamte Sultan Qaboos University, ein riesiger Unicampus einer Volluniversität mit allen erdenklichen Studiengängen. Die Ausstattung ist vorzüglich mit riesigen Computer-Pools. Diese sind ganztägig nutzbar und Login-Daten werden auf Nachfrage von der Universität ausgehändigt.

Das Krankenhaus ist in wunderschöner arabischer Architektur erbaut, ca. 30 Jahre alt und im Wesentlichen mit europäischen Krankenhäusern hinsichtlich Organisation und Aufbau vergleichbar. Natürlich gibt es dennoch allerhand Unterschiede. Beispielsweise sind die Stationen große Räume, es existieren keine separaten Patientenzimmer. Die Patienten werden durch Vorhänge vom nächsten Patienten getrennt. Die Angehörigen der Patienten sind nahezu immer anwesend und helfen bei der Pflege mit. Das Pflegepersonal sind ausschließlich Ausländer (u.a. aus den Philippinen, Indonesien, Bangladesch, Pakistan).

DAS GESUNDHEITSSYSTEM IM OMAN

Es gibt zwei Krankenhäuser in Muscat – das Sultan Qaboos University Hospital und das Royal Hospital, welches noch einmal um einiges größer als das Sultan Qaboos University Hospital ist und zu den modernsten Krankenhäusern im Mittleren Osten zählt.

Im Oman wird wie in Deutschland evidenzbasierte Medizin betrieben. Das Ausbildungssystem sowie die Krankenversorgung ist sehr am britischen System orientiert und insgesamt sehr gut. Die Ärzte sind sehr an dem Gesundheitssystem und das Vorgehen in europäischen Krankenhäusern interessiert.

Für alle Omanis ist die Krankenversicherung und die Behandlung in den staatlichen medizinischen Einrichtungen kostenlos. Als Student erhält man zudem eine „Studentenkrankenkarte“, die eine kostenlose Versorgung inklusive Medikamentenbezug im Sultan Qaboos University Hospital sichert.

HIERARCHIE DER ÄRZTE

Das Team auf Station besteht aus einem „Senior Consultant“ (leitender Oberarzt), dem „Consultant“ (Oberarzt), „Chief Resident“ (fortgeschrittener Assistenzarzt) und dem „Resident“ (Assistenzarzt). Der Chief Resistent fungiert bei Abwesenheit des Oberarztes als Stationsarzt.

Der Consultant ist im Oman die übergeordnete verantwortliche Person, erst als Chief Resident hat man hier mehr Mitspracherecht. Dabei ist der Umgang nicht universitär herablassend, sondern lediglich erfahrungsbasiert, ganz im Sinne von „Ich weiß einfach mehr als ihr, glaubt mir einfach.“. Die Oberarztvisite findet jeden Tag statt. Hier werden durch den Consultant die Diagnostik, Therapien und Entlassungen der Patienten festgelegt.

ARBEITSKLEIDUNG

Im Oman tragen muslimische Ärzte entweder lange Hosen und Hemd oder ihre weiße Dishdasha, muslimische Ärztinnen Kopftuch und meist schwarze Fustan / Omaneia. Ausländische Ärzten und Ärztinnen tragen in der Regel lange Hose und Hemd. Medizinstudenten können für ihr PJ in der Inneren Medizin im Oman sowohl „deutsche Berufskleidung“ (weißes Poloshirt, weiße Hose) als auch Alltagskleidung wählen. Dabei sollte man jedoch, wie auch in deutschen Krankenhäusern, das Tragen von kurzen Hosen möglichst vermeiden. Ein weißer Kittel sollte in jedem Fall Teil der Arbeitskleidung sein. Ein Kittel ganz vor Ort auch gestellt werden, falls man selber keinen mitgebracht hat. Frauen müssen ihre Haare nicht mit einem Kopftuch bedecken. Bei den Schuhen gibt es keine Besonderen Anforderungen, auch Sneakers sind erlaubt.

Je nach Bereich wird im Sultan Qaboos University Hospital Arbeitskleidung gestellt, wie zum Beispiel grüne Kasacks im OP oder Scrubs in der Inneren Medizin. Bezüglich des ↵ Reisegepäcks braucht ihr demnach außer dem Kittel, Stethoskop und ggf. Reflexhammer nichts weiter mitzunehmen.

STATIONSABLAUF DES PJ IN DER INNEREN MEDIZIN IN MASKAT (OMAN)

Im Oman war ich während meines PJ einen Monat in der allgemeinen Inneren Medizin und einen Monat in der Kardiologie eingeteilt. Im Sultan Qaboos University Hospital trifft man bei so einem wohlhabenden Land wie Oman auf typisch westliche Zivilisationskrankheiten. Zu diesen Krankheitsbilder zählen z.B. Diabetes, diabetisches Fusssyndrom, Herzinsuffizienz, COPD (Shisha rauchen!), Herzinfarkte, akute kardiale Dekompensation sowie akutes Nierenversagen. Auf den Stationen der allgemeinen Inneren Medizin liegen Patienten mit allen möglichen Erkrankungen, z.B. rheumatologische oder endokrinologische Erkrankungen.

Englisch ist die alleinige Amtssprache innerhalb des Krankenhauses. Die Kommunikation sowohl zwischen Ärzten, beispielsweise während einer Konferenz, als auch zwischen Ärzten und Pflegepersonal sowie nicht-medizinischem Personal findet ausschließlich auf Englisch statt. Mit den Patienten hingegen sprechen die Ärzte Arabisch. Generell ist das Englisch der Ärzte absolut perfekt, vor allem was das Fachvokabular angeht. Als deutscher Medizinstudent muss man sich anfangs etwas daran gewöhnen, deswegen schadet es auch nicht, sich vor seinem PJ-Aufenthalt das englische Fachvokabular etwas anzueignen.

Arbeitsbeginn:

Das PJ in der Inneren Medizin in Maskat (Oman) beginnt außerhalb der Ramadan-Zeit morgens um 8 Uhr. Demnach wird man zwischen 7:15 und 7:30 vom Studenten-Shuttlebus abgeholt und in die Klinik gefahren. Während der Morgenkonferenz stellt der diensthabende Arzt (sog. „Resident on-call“) dem gesamten Team der Inneren Medizin die Patienten der Nacht vor. Hier wird dann mit allen Senior Consultants und Residents die weitere Diagnostik und Therapie besprochen. Anschließend teilen sich die Ärzte für die Visiten (ward rounds) in mehrere „Innere Teams“ auf, denen man als Student zugeteilt wird. Der Einsatzplan für Medizinstudenten ist während des PJ in der Inneren Medizin im Oman durch den Koordinator der Universität klar geregelt, sprich von wann bis wann man wo zu sein hat. Allerdings wird das nirgendwo schriftlich festgehalten und man hat auch die Möglichkeit Wünsche zu äußern.

Ein Team besteht immer aus einem Consultant, einem Chief Resident und zwei weiteren Resistents. Die Visiten dauern in der Regel ca. zwei bis drei Stunden. Hier legt der Consultant, wie schon oben beschrieben, die weitere Diagnostik und Therapie fest. Die Residents führen dies dann aus. Im Anschluss an die ward rounds ist man mehr oder weniger frei, in dem was man tun möchte. Man kann beispielsweise Briefe schreiben oder sich Befunde von Patienten anschauen. Als Medizinstudent wird man kein Blut abnehmen oder Flexülen legen. Diese nicht-ärztlichen Tätigkeiten werden durch das Pflegepersonal übernommen. 

Mittags:

Zwischen 12 und 13 Uhr ist Mittagspause, während der man in die krankenhauseigene Mensa essen gehen kann. Als Medizinstudent erhält man Essenscoupons als Wertmarken für drei Mahlzeiten pro Tag, die in der Mensa eingelöst werden können. Diese haben einen Wert von insgesamt 2,4 OMR (ca. 5,50 Euro), womit ein Normalessender in der Regel gut versorgt ist. Wenn man allerdings etwas hungriger ist, muss man pro Tag noch ca. 3 Euro drauflegen. Während des Ramadan, dem Fastenmonat der Muslime, gibt es sogenannte Ramadan-Essensmarken. Diese beinhalten „all you can eat“, allerdings erst nach Sonnenuntergang (↵ siehe Hintergrund und Regeln des Ramadan). Zur Ramadan-Zeit ist generell Essen, Trinken und Rauchen auch Nicht-Muslimen in der Öffentlichkeit untersagt.

Prinzipiell kann man in Maskat extrem billig leben, indem man Essen per Coupons in der Mensa ersteht und dieses mit nach Hause als Abendessen nimmt. Die Mensa hat, außer zur Ramadan-Zeit, immer bis spätabends geöffnet. Sonstige Lebenshaltungskosten sind mit denen in Deutschland vergleichbar (z.B. Chicken-Snack ca. 3 Euro).

Nachmittags:

Ab 13 Uhr finden fast jeden Tag unterschiedliche Teaching-Veranstaltungen statt (Consultant Teaching, Studentenkurs etc.). Diese sind keine Pflicht und es gibt auch keine Unterschriftenlisten, in die man sich eintragen muss. Das Teaching wird generell am Sultan Qaboos University Hospital sehr groß geschrieben! Täglich habe ich während der ward rounds vor allen Kollegen die körperliche Untersuchung am Patienten vorführen sollen und anschließend immer ein sehr hilfreiches Feedback erhalten. Die Consultants stellen den Medizinstudenten viele Fragen, was aber eher einen bildend-informativen Charakter hat und nicht wie teilweise nach dem deutschen hierarchischen System herablassend. Dabei orientieren sich die Ärzte hauptsächlich an den Guidelines aus den USA.

FAZIT

Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen sein PJ im Oman zu machen! Vor allem wenn man einerseits über den kulturellen und religiösen Tellerrand blicken, aber gleichzeitig nicht auf eine gute medizinische Ausbildung verzichten möchte! Den Lerneffekt am Sultan Qaboos University Hospital bewerte ich mit 4 von 5 Sternen. Wer zusätzlich Tauchen, Berge und Natur liebt, für den ist Oman ein Muss!

PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Sultan Qaboos University Hospital
Sultan Qaboos University Hospital - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Campus
Campus - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Pool
krankenhauseigener Pool - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Gym
krankenhauseigener Gym - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Station
Station - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Gang
Gang - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Mittagessen mit Kollegen
Mittagessen mit Kollegen - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Konferenzraum
Konferenzraum - © S.O.

Neben dem Ablauf des PJ Tertials in der Inneren Medizin in Maskat (Oman) möchte Sören euch auch das Krankenhaus etwas vorstellen und ein paar nützliche Tipps geben, was ihr u.a. bei der Arbeitskleidung beachten solltet.

DAS KRANKENHAUS

Das Sultan Qaboos University Hospital ist integriert in die gesamte Sultan Qaboos University, ein riesiger Unicampus einer Volluniversität mit allen erdenklichen Studiengängen. Die Ausstattung ist vorzüglich mit riesigen Computer-Pools. Diese sind ganztägig nutzbar und Login-Daten werden auf Nachfrage von der Universität ausgehändigt.

Das Krankenhaus ist in wunderschöner arabischer Architektur erbaut, ca. 30 Jahre alt und im Wesentlichen mit europäischen Krankenhäusern hinsichtlich Organisation und Aufbau vergleichbar. Natürlich gibt es dennoch allerhand Unterschiede. Beispielsweise sind die Stationen große Räume, es existieren keine separaten Patientenzimmer. Die Patienten werden durch Vorhänge vom nächsten Patienten getrennt. Die Angehörigen der Patienten sind nahezu immer anwesend und helfen bei der Pflege mit. Das Pflegepersonal sind ausschließlich Ausländer (u.a. aus den Philippinen, Indonesien, Bangladesch, Pakistan).

PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Sultan Qaboos University Hospital
Sultan Qaboos University Hospital - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Campus
Campus - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Pool
krankenhauseigener Pool - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Gym
krankenhauseigener Gym - © S.O.

DAS GESUNDHEITSSYSTEM IM OMAN

Es gibt zwei Krankenhäuser in Muscat – das Sultan Qaboos University Hospital und das Royal Hospital, welches noch einmal um einiges größer als das Sultan Qaboos University Hospital ist und zu den modernsten Krankenhäusern im Mittleren Osten zählt.

Im Oman wird wie in Deutschland evidenzbasierte Medizin betrieben. Das Ausbildungssystem sowie die Krankenversorgung ist sehr am britischen System orientiert und insgesamt sehr gut. Die Ärzte sind sehr an dem Gesundheitssystem und das Vorgehen in europäischen Krankenhäusern interessiert.

Für alle Omanis ist die Krankenversicherung und die Behandlung in den staatlichen medizinischen Einrichtungen kostenlos. Als Student erhält man zudem eine „Studentenkrankenkarte“, die eine kostenlose Versorgung inklusive Medikamentenbezug im Sultan Qaboos University Hospital sichert.

HIERARCHIE DER ÄRZTE

Das Team auf Station besteht aus einem „Senior Consultant“ (leitender Oberarzt), dem „Consultant“ (Oberarzt), „Chief Resident“ (fortgeschrittener Assistenzarzt) und dem „Resident“ (Assistenzarzt). Der Chief Resistent fungiert bei Abwesenheit des Oberarztes als Stationsarzt.

Der Consultant ist im Oman die übergeordnete verantwortliche Person, erst als Chief Resident hat man hier mehr Mitspracherecht. Dabei ist der Umgang nicht universitär herablassend, sondern lediglich erfahrungsbasiert, ganz im Sinne von „Ich weiß einfach mehr als ihr, glaubt mir einfach.“. Die Oberarztvisite findet jeden Tag statt. Hier werden durch den Consultant die Diagnostik, Therapien und Entlassungen der Patienten festgelegt.

ARBEITSKLEIDUNG

Im Oman tragen muslimische Ärzte entweder lange Hosen und Hemd oder ihre weiße Dishdasha, muslimische Ärztinnen Kopftuch und meist schwarze Fustan / Omaneia. Ausländische Ärzten und Ärztinnen tragen in der Regel lange Hose und Hemd. Medizinstudenten können für ihr PJ in der Inneren Medizin im Oman sowohl „deutsche Berufskleidung“ (weißes Poloshirt, weiße Hose) als auch Alltagskleidung wählen. Dabei sollte man jedoch, wie auch in deutschen Krankenhäusern, das Tragen von kurzen Hosen möglichst vermeiden. Ein weißer Kittel sollte in jedem Fall Teil der Arbeitskleidung sein. Ein Kittel ganz vor Ort auch gestellt werden, falls man selber keinen mitgebracht hat. Frauen müssen ihre Haare nicht mit einem Kopftuch bedecken. Bei den Schuhen gibt es keine Besonderen Anforderungen, auch Sneakers sind erlaubt.

Je nach Bereich wird im Sultan Qaboos University Hospital Arbeitskleidung gestellt, wie zum Beispiel grüne Kasacks im OP oder Scrubs in der Inneren Medizin. Bezüglich des ↵ Reisegepäcks braucht ihr demnach außer dem Kittel, Stethoskop und ggf. Reflexhammer nichts weiter mitzunehmen.

STATIONSABLAUF DES PJ IN DER INNEREN MEDIZIN IN MASKAT (OMAN)

Im Oman war ich während meines PJ einen Monat in der allgemeinen Inneren Medizin und einen Monat in der Kardiologie eingeteilt. Im Sultan Qaboos University Hospital trifft man bei so einem wohlhabenden Land wie Oman auf typisch westliche Zivilisationskrankheiten. Zu diesen Krankheitsbilder zählen z.B. Diabetes, diabetisches Fusssyndrom, Herzinsuffizienz, COPD (Shisha rauchen!), Herzinfarkte, akute kardiale Dekompensation sowie akutes Nierenversagen. Auf den Stationen der allgemeinen Inneren Medizin liegen Patienten mit allen möglichen Erkrankungen, z.B. rheumatologische oder endokrinologische Erkrankungen.

Englisch ist die alleinige Amtssprache innerhalb des Krankenhauses. Die Kommunikation sowohl zwischen Ärzten, beispielsweise während einer Konferenz, als auch zwischen Ärzten und Pflegepersonal sowie nicht-medizinischem Personal findet ausschließlich auf Englisch statt. Mit den Patienten hingegen sprechen die Ärzte Arabisch. Generell ist das Englisch der Ärzte absolut perfekt, vor allem was das Fachvokabular angeht. Als deutscher Medizinstudent muss man sich anfangs etwas daran gewöhnen, deswegen schadet es auch nicht, sich vor seinem PJ-Aufenthalt das englische Fachvokabular etwas anzueignen.

Arbeitsbeginn:

Das PJ in der Inneren Medizin in Maskat (Oman) beginnt außerhalb der Ramadan-Zeit morgens um 8 Uhr. Demnach wird man zwischen 7:15 und 7:30 vom Studenten-Shuttlebus abgeholt und in die Klinik gefahren. Während der Morgenkonferenz stellt der diensthabende Arzt (sog. „Resident on-call“) dem gesamten Team der Inneren Medizin die Patienten der Nacht vor. Hier wird dann mit allen Senior Consultants und Residents die weitere Diagnostik und Therapie besprochen. Anschließend teilen sich die Ärzte für die Visiten (ward rounds) in mehrere „Innere Teams“ auf, denen man als Student zugeteilt wird. Der Einsatzplan für Medizinstudenten ist während des PJ in der Inneren Medizin im Oman durch den Koordinator der Universität klar geregelt, sprich von wann bis wann man wo zu sein hat. Allerdings wird das nirgendwo schriftlich festgehalten und man hat auch die Möglichkeit Wünsche zu äußern.

Ein Team besteht immer aus einem Consultant, einem Chief Resident und zwei weiteren Resistents. Die Visiten dauern in der Regel ca. zwei bis drei Stunden. Hier legt der Consultant, wie schon oben beschrieben, die weitere Diagnostik und Therapie fest. Die Residents führen dies dann aus. Im Anschluss an die ward rounds ist man mehr oder weniger frei, in dem was man tun möchte. Man kann beispielsweise Briefe schreiben oder sich Befunde von Patienten anschauen. Als Medizinstudent wird man kein Blut abnehmen oder Flexülen legen. Diese nicht-ärztlichen Tätigkeiten werden durch das Pflegepersonal übernommen. 

Mittags:

Zwischen 12 und 13 Uhr ist Mittagspause, während der man in die krankenhauseigene Mensa essen gehen kann. Als Medizinstudent erhält man Essenscoupons als Wertmarken für drei Mahlzeiten pro Tag, die in der Mensa eingelöst werden können. Diese haben einen Wert von insgesamt 2,4 OMR (ca. 5,50 Euro), womit ein Normalessender in der Regel gut versorgt ist. Wenn man allerdings etwas hungriger ist, muss man pro Tag noch ca. 3 Euro drauflegen. Während des Ramadan, dem Fastenmonat der Muslime, gibt es sogenannte Ramadan-Essensmarken. Diese beinhalten „all you can eat“, allerdings erst nach Sonnenuntergang (↵ siehe Hintergrund und Regeln des Ramadan). Zur Ramadan-Zeit ist generell Essen, Trinken und Rauchen auch Nicht-Muslimen in der Öffentlichkeit untersagt.

Prinzipiell kann man in Maskat extrem billig leben, indem man Essen per Coupons in der Mensa ersteht und dieses mit nach Hause als Abendessen nimmt. Die Mensa hat, außer zur Ramadan-Zeit, immer bis spätabends geöffnet. Sonstige Lebenshaltungskosten sind mit denen in Deutschland vergleichbar (z.B. Chicken-Snack ca. 3 Euro).

Nachmittags:

Ab 13 Uhr finden fast jeden Tag unterschiedliche Teaching-Veranstaltungen statt (Consultant Teaching, Studentenkurs etc.). Diese sind keine Pflicht und es gibt auch keine Unterschriftenlisten, in die man sich eintragen muss. Das Teaching wird generell am Sultan Qaboos University Hospital sehr groß geschrieben! Täglich habe ich während der ward rounds vor allen Kollegen die körperliche Untersuchung am Patienten vorführen sollen und anschließend immer ein sehr hilfreiches Feedback erhalten. Die Consultants stellen den Medizinstudenten viele Fragen, was aber eher einen bildend-informativen Charakter hat und nicht wie teilweise nach dem deutschen hierarchischen System herablassend. Dabei orientieren sich die Ärzte hauptsächlich an den Guidelines aus den USA.

PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Station
Station - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Gang
Gang - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Mittagessen mit Kollegen
Mittagessen mit Kollegen - © S.O.
PJ im Oman (Maskat) - Ablauf - Konferenzraum
Konferenzraum - © S.O.

FAZIT

Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen sein PJ im Oman zu machen! Vor allem wenn man einerseits über den kulturellen und religiösen Tellerrand blicken, aber gleichzeitig nicht auf eine gute medizinische Ausbildung verzichten möchte! Den Lerneffekt am Sultan Qaboos University Hospital bewerte ich mit 4 von 5 Sternen. Wer zusätzlich Tauchen, Berge und Natur liebt, für den ist Oman ein Muss!

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